Trendbeispiele am Börsenmarkt

Nun sind wir soweit und kommen zum reellen Börsenmarkt. Schluss mit selbstgezeichneten Charts. Nur noch eine kleine Anmerkung bevor wir starten. Jeder Markttechniker, wie wir schon oben erwähnt haben, hat eine andere Sichtweise auf die Charts. Wäre dem nicht so, würden nicht so viele Diskussionen über Trends geführt werden. Dem ist aber so. Wir können Ihnen lediglich unsere Sichtweise aufzeigen.  Für uns ist diese Sichtweise die beste. Für andere eventuell nicht. Jeder muss seinen Trading-Stil finden um profitabel werden zu können.

Fangen wir nun an mit ein paar Beispielen im Dax-Candlestick-Chart. Zu Beginn werden wir die Candlestick-Ansicht verwenden, da dies die Ansicht ist, die am meisten verwendet wird. In unserem Trading benutzen wir den Heikin-Ashi-Chart. Wir werden im nächsten Kapitel auf die Vorteile des Heikin-Ashi-Charts eingehen.

Wir werden jetzt keine profitablen Trades zeigen. Im Nachhinein ist jeder Profi. Es geht hier erstmal darum, dass Sie die Prinzipien der Trenderkennung nach Markttechnik realisieren und verinnerlichen.

Ein Trend im 15-Minuten-Chart im Dax:

Hier sehen wir die Abbildung des Dax 15-Minuten-Charts. Wir haben für Sie den für jedermann erkennbaren Trend eingezeichnet. Nachdem wir Ihnen den Trend genau eingezeichnet haben, ist natürlich die gesamte Situation gut zu erkennen. Wo würden Sie aber eine eventuelle Problematik in der Interpretation des Trends erkennen? Schauen Sie sich den Chart genau an! Es gibt Bewegungs- und Korrekturphasen die klar und deutlich zu erkennen sind. Es existiert aber eine Phase, die einem Probleme bereiten kann. Es ist die Korrekturphase des ersten Punktes 2 zum Punkt 3. Das lokale Hoch dieser Phase ist erst zu erkennen gewesen, nachdem der Markt durch den Punkt 2 durchgebrochen war.

Dies sind Marktphasen, wo dann die Foren voll mit Diskussionen füllen, wie man diese Korrekturphase genau zu erkennen hat. Man könnte die Trends ja auch etwas „präziser“ hineinzeichnen.

Hier ein anderes Beispiel vom selben Chart:

Hier sehen wir nun den selben Chart nur mit „präziseren“ Trends. Natürlich sagen jetzt die einen oder anderen, dass sich das um den untergeordneten Trend auf 5-Minuten-Basis oder 1-Minuten-Basis handelt. Das kann generell sogar richtig sein. Wie ist es einem Trader dennoch möglich, dass man sich solche Art von Fragen sparen kann? Dieses Interpretationsproblem von Charts ist allgegenwärtig. Wenn es dieses Problem nicht geben würde, wären alle Diskussionen von Trends überflüssig. Diese existieren aber, ergo, brauchen wir objektivere Faktoren für die Trenderkennung.

Eine mögliche objektive Mustererkennung von Hoch- und Tiefpunkten ist die Art, die von Larry Williams gelehrt wird. Ein Hoch-Punkt wird dadurch gekennzeichnet, indem er von 2 Candles „umzingelt“ wird, die tiefere Hochs haben, als die Hoch-Punkt-Kerze. Dasselbe Prinzip bei einem Tief. Das ist in Textform nicht so leicht zu verstehen. Zeigen wir Ihnen ein Beispiel, denn an einem Chart erklärt es sich besser.

Bleiben wir bei unserem Beispielchart:

Wir haben nun die Trendlinien entfernt und Ihnen die Hoch- und Tiefpunktbeschriftung übriggelassen. Wie man erkennen kann, haben wir Ihnen die Hoch- und Tiefpunkte eingekreist. Hier können Sie nun die objektive Ansicht von den Hochs und Tiefs feststellen. Es ist natürlich kein Wundermittel. Sie können damit nicht jedes Hoch und jedes Tief optimal während der Trendentstehung erkennen. Sie haben aber wiederum auch keine willkürlichen Einzeichnungen mehr.

Schauen Sie sich verschiedenste Charts an. Üben Sie diese Ansichtsweise. Sie werden erkenne, dass es sich hier nicht um ein Wundermittel handelt, aber es kann Ihr Trading deutlich vereinfachen und Ihnen aus dem Interpretationsproblem heraushelfen.

Nochmals eine kleine Zusammenfassung für die Ansicht von Hoch- und Tiefpunkten:

  • Ein Hochpunkt wird von 2 Candles „umzingelt“, deren Hochs tiefer sind, als das Hoch der Mittelkerze (Hochpunkt)
  • Ein Tiefpunkt wird von 2 Candles „umzingelt“, deren Tiefs höher sind, als das Tief der Mittelkerze (Tiefpunkt)

 

Wenn Sie das verinnerlicht haben, kommen wir nun zu einer weiteren Hilfestellung, die das Interpretationsproblem löst. Der Heikin-Ashi-Chart.

 

Der Heikin-Ashi-Chart: eine ganz neue Chart-Ansicht

Schauen wir uns zuallererst denselben Chart wie oben an, nur im Heikin-Ashi-Stil:

Ein Chart-Bild was viel sauberer und deutlicher zu erkennen ist. Wieso ist das so? Wieso sieht ein Heikin-Ashi-Chart so viel „glatter“ aus, als es die Candlestick-Ansicht tut? Die Hoch- und Tiefpunkte von Heikin-Ashi-Kerzen sind identisch mit denen vom Candlestick-Chart. Die Körper der Kerzen sind aber anders. Um es in einfache Worte zu packen. Der Körper der Heikin-Ashi-Kerze wird aufgrund der durchschnittlichen Bewegung der vorherigen Kerze berechnet. Die Körper der Kerzen sind somit mit Hilfe von Durchschnittswerten geglättet.

Wenn Sie mehr Details zum Heikin-Ashi-Chart benötigen, dann können Sie sich die nötigen Informationen unter diesem Link einholen: http://www.tradesignalonline.com/lexicon/default.aspx?id=147

Wir erkennen nun Korrektur- und Bewegungsphasen viel deutlicher. Was im Candlestick-Chart ein „wischi waschi“ aus grünen und roten Kerzen war, das ist im Heikin-Ashi-Chart viel deutlicher zu erkennen. Kleine Ausreißer-Bewegungen fallen in einem Heikin-Ashi-Chart nicht so schwer ins Gewicht. Dies eröffnet einem neue Möglichkeiten, zum Beispiel für die Art der Stop-Setzung.

Hier nochmal ein Vergleich von der unsauberen Bewegung im Candlestick-Chart und der geglätteten Bewegung im Heikin-Ashi-Chart:

Der Unterschied ist wohl klar und deutlich zu sehen. Im weiteren Verlauf der Analysen und Erklärungen verwenden wir nur noch den Heikin-Ashi-Chart.

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